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Der rote Faden im Labyrinth … Mai 27, 2010

Posted by Huge in Musik.
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Madsen: Labyrinth (2010)
Thees Uhlmann, falls ihn jemand nicht kennen sollte, ist Sänger und Songwriter von Tomte, einer der ganz großen der deutschen Indiepop-Philosophen. Dieser Thees Uhlmann schrieb 2005 im Musikexpress einen Satz über Madsen, der mittlerweile legendär ist und mit dem fast jeder Text über diese Band beginnt: das Album Madsen sei „die beste Debüt-LP, seit ich über Musik schreibe“. Das war wohl das, was man gemeinhin einen Ritterschlag nennt.
Mittlerweile sind Madsen angekommen im musikalischen Bewusstsein der Republik, nicht zuletzt auch in den Charts. Das neue Album Labyrinth stieg in den Albumcharts auf Platz sieben ein. Auf diesem Weg hat sich die Band gleich mehrmals neu erfunden – nach dem Debütalbum kam die etwas poppigere Platte Goodbye Logik, die ich persönlich für ihre beste halte. Auf Frieden im Krieg wurde dann plötzlich wieder geschrien und geschrammelt, Labyrinth schließlich ist eine Mischung aus allem.
Die CD beginnt mit einem kleinen Schock: der namensgebende Song Labyrinth ist der Versuch einer textlichen und musikalischen Hommage an Queen´s Bohemian Rhapsody, ohne ein Cover zu sein. Das hätten sie mal lieber gelassen. Ansonsten wie immer, wobei das bei Madsen durchaus ein Qualitätsmerkmal sein dürfte: wunderbare Texte über Freundschaft, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen. Madsen haben ihren roten Faden durch das Labyrinth gefunden: es ist beides, das Festhalten und das Haltgeben. In dieser Hinsicht könnte Lass die Liebe regieren zur Parole und Hymne werden, ein T-Shirt-Satz, der fast von Tocotronic sein könnte und außerdem den Inhalt des Albums hervorragend zusammenfasst. Oder Jeder für Jeden, ein Song, der so unglaublich viel ausdrückt über eine Welt, wie wir sie uns träumen („Es ist jeder für jeden / denn alle sind eins / Es ist jeder für jeden / und keiner ist allein“).
Insgesamt verfolgt Labyrinth aber auf jeden Fall weiter das Konzept, dass die Madsen-Brüder (plus Bassist Niko Maurer) auf Frieden im Krieg vorgegeben haben – sowohl musikalisch als auch thematisch. Es gibt melancholische Liebeslieder, die Sehnsucht nach Abenteuern, rausgebrüllte Punksongs, Selbstbewusstsein und Verzweiflung. Aber zum Konzept von Madsen gehört eben auch, dass am Ende alles gut wird, oder wie es in dem schon etwas älteren Song Happy End heißt: „Das Gute siegt / weil es siegen muss.“ Auf dem letzten Album war es der letzte Song Frieden im Krieg, der alles wieder gerade rückt, auf Labyrinth heißt es zum Schluss: „Zusammen sind wir stark und wir knicken nicht ein / wir werden die Sieger sein.“ So soll es geschehen.
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