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Fotopuzzle … November 18, 2010

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Pünktlich zur Weihnachtszeit gibt es Neues beim Online-Shop fotopuzzle.de: ab sofort kann der User dort mit wenigen Klicks ein Brettspiel mit eigenen Fotos zusammenstellen. Darüber hinaus bietet die Seite etwa individuelle Fotopuzzles. Das Brettspiel kostet 29,90 €, ein Fotopuzzle gibt es für 14,90 €.

[Disclaimer: Dieser Post ist Werbung und dient der Teilnahme an einem Gewinnspiel.]

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Wunschzettel für 2010 … Dezember 31, 2009

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Nach all den Jahresrückblicken wollen doch ein wenig nach vorne schauen, auf das Jahr 2010. Selbstverständlich wünsche auch ich mir eine Welt ohne Krieg und Hunger, eine grundlegende Veränderung im Wirtschaftssystem und vielleicht auch, dass ich an diesem 11. Juli als Weltmeister schlafen gehe. Aber diese Dinge können wir nur schwer beeinflussen. Deshalb:
Ich wünsche mir Liebe, die man nicht kaufen muss. Ich wünsche mir mehr ernst gemeinte „Wie geht’s Dir?“. Ich wünsche mir Interesse am Einzelnen. Ich wünsche mir Unis, an denen die Sorgen und Wünsche der Studenten ernst genommen werden. Ich wünsche mir Verständnis. Ich wünsche, dass nicht alles verurteilt, was man nicht kennt. Ich wünsche mir Verantwortung. Ich wünsche mir, dass man nicht alles glaubt. Ich wünsche mir Gelegenheiten, um das zu sagen, was man zu sagen hat. Ich wünsche mir Komplimente. Ich wünsche mir Demut. Ich wünsche mir ein bisschen mehr Himmel auf Erden. Das alles wünsche ich nicht nur mir, ich wünsche es uns allen.
Es ist ein Ideal, aber ohne in den Pathos von Mutter-Theresa-Sprüchen zu verfallen, will ich doch sagen: es ist ein Ideal, dem jeder von uns ein Stück näher kommen kann. Wir können nicht die Welt verändern, aber wir können die Welt für uns und die Menschen um uns ein bisschen schöner machen. Vielleicht ist es nur ein Traum von der heilen Welt. Aber ich wünsche mir, dass mehr Träume wahr werden.

Eine kleine Geschichte von fast allem … Dezember 28, 2009

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Althaus crasht erst auf der Piste, dann bei der Wahl. Schrecklich kalt. Koch bleibt Ministerpräsident, Tillich auch, Müller auch. In Thüringen endet´s peinlich, in Brandenburg dürfen endlich auch die Linken ran. Ein gegelter AC/DC-Baron betritt die Bühne. Opel, Arcandor, Quelle. Piraten in Politik und auf See. Zensursula blamiert sich mit dem Netzsperrengesetz. Amoklauf in Winnenden. Schweinegrippe, endlich ein Grund zur Panik. Klinsmann scheitert, van Gaal ist der Neue. Wolfsburg wird Meister. Poldi kehrt zurück, Magath geht nach Schalke. Köhler darf weitermachen. Grüne Welle im Irak, auch gescheitert. Button wird Weltmeister, Schumis Comeback platzt erst und klappt dann doch – im nächsten Jahr. Michael Jackson stirbt. Deutschland ist Europameister. Regierungschaos in Schleswig-Holstein. Frau Schmidt verliert ihren Dienstwagen. Usain Bolt läuft eine Zeit jenseits des Vorstellbaren. Bombenangriff der Bundesabwehr auf Kunduz. Deutschland ist schon wieder Europameister. Schwarz-Gelb. SPD-Krise. Robert Enke bringt sich um. Erstes Stühlerücken im Kabinett schon nach vier Wochen. Wenigstens eine Hert(h)a, die etwas gewinnt. Obama bekommt einen Nobelpreis geschenkt. Noch ein Wettskandal. Daten- und Spitzelaffairen. Peinlicher Klimagipfel in Kopenhagen. Bildungsstreik. Und bestimmt ganz viel vergessen.

Fast könnte man sagen, es war ein schlechtes Jahr.

Ein Jahrzehnt wird besichtigt V … Dezember 23, 2009

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Hier kommt er dann doch noch, der letzte Teil dieser Bilanz mit allem, wofür bisher kein Platz war. Medial war dieses Jahrzehnt bestimmt von dem Aufstieg des Internets und der Krise der Zeitungen und anderen klassischen Medien. In den Programmzentralen der TV-Sender hatten Quizsendungen und Castingshows Hochkonjunktur. Dabei haben vor allem diese Castingshows die Musik der Nuller entscheidend geprägt, indem sie den Boyband-Hype der Neunziger noch einmal toppten. „Leider“ reichte die Haltbarkeitszeit der Gewinner nur selten über eine Single heraus. Ansonsten möchte ich noch einmal die schon mal andiskutierte These aufstellen, dass Tokio Hotel das Nirvana (also Nirvana wie Kurt, nicht wie Buddha) sind.

Film des Jahrzehnts ist ganz ohne Frage die Herr-der-Ringe-Trilogie, kein anderer Film hat einen derartigen Kultstatus erreicht. Was den Buchmarkt angeht, hat mittlerweile wohl jeder, der schon mal auf Bild-Seite eins zu sehen war, mindestens eine Biographie veröffentlicht. Ratgeber und Erfahrungsberichte wie „Moppel-Ich“ (S. Fröhlich) oder „Ich bin dann mal weg“ (H. Kerkeling) dominierten die Bestsellerlisten. Ich bin mir nicht sicher, ob es einen prägenden Roman dieser Dekade gab. Womöglich war es Kehlmanns „Vermessung der Welt“ (zumindest das beste Buch des Jahrzehnts), leider steht aber auch Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ in der engeren Auswahl.

Im Sport kristallisierte sich leider durch Doping- und Wettskandale immer mehr die dunkle Seite heraus, was zu einem erheblichen Vertrauensverlust führte. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nahm in den Nullern allerdings eine eher positive Entwicklung: nach den Blamagen 1994, 1998 und 2000 reichte es immerhin zu einem zweiten und dritten WM-Platz sowie dem Vize-Europameistertitel. Über das Ausscheiden 2004 sehen wir da einmal hinweg.

So stehen wir nun am Ende dieser kleinen Serie und sind vielleicht ein kleines bisschen schlauer. Die Geschichte wird zeigen, was dieses Jahrzehnt wirklich war. Dazu vielleicht in zehn Jahren mehr.

Ein Jahrzehnt wird besichtigt IV … Dezember 20, 2009

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Das Internet

Es gibt eigentlich nicht viel über diesen Punkt zu schreiben. Wir sahen es und sehen es noch immer, außerdem lässt sich das meiste an Pro- und Contra-Argumenten zum Internet an leicht zugänglichen Stellen (z.B. erst kürzlich in der Schirrmacher/Lobo-Debatte) nachlesen. Und allein der Umstand, dass dieser Text auf einem Blog im Internet erscheint, vervielfältigt und kommentiert werden kann, lässt erkennen, worum es geht.

Das Internet hat in diesem Jahrzehnt zunächst eine leichte Krise, dann aber eine fast beispiellose Erfolgsgeschichte erlebt. Fähigkeiten und Möglichkeiten der neuen Medienplattform (das Internet an sich ist ja eigentlich kein Medium) haben sich stetig erweitert. Dabei hat das Internet in sehr kurzer Zeit immer wieder neue Aufgaben übernommen: vom Militärinstrument über ein Geek-Spielzeug (sog. early adopters) zum Kommunikationsmittel und schließlich zum Web 2.0.

Das Internet bietet momentan zwei Möglichkeiten, von denen die eine eher sozial und die andere eher ökonomisch ist. Einerseits ist das Internet eine riesige Plattform zur Kommunikation, ob von Tür zu Tür oder über Kontinente hinweg. Es gibt Blogs, es gibt Websites, Chats, Social Networks und dergleichen mehr. Auch wenn der basisdemokratische Anspruch, den manche gern an das Internet stellen, kaum erfüllbar ist, hat sich im Netz so etwas wie ein offener Entfaltungsraum gebildet. Andererseits entsteht durch das Internet – zumindest vordergründig – eine enorme Zeitersparnis. Ebay, E-Mails und Google machen es möglich, in kürzester Zeit und ohne das Haus zu verlassen, einzukaufen, zu kommunizieren, Informationen aus aller Welt zu erhalten.

Doch auch hier auf dem Blog eines überzeugten Netizens sollen die bedenklichen Folgen nicht verschwiegen werden, die der Siegeszug des Internets gezeitigt hat. Herr Schirrmacher ist ja der Meinung, das Internet zermansche unser Gehirn. Das ist nun sehr hart und zudem unschön ausgedrückt, im Ansatz aber nachvollziehbar. Alles muss immer kürzer, immer schneller sein und so mancher fühlt sich von der an sich positiven Ubiquität und Fülle des Internets erdrückt.

Die Nuller waren die Geburtsstunde einer völlig neuen Internetkultur. Man muss für diesen Begriff nicht in die Blogosphäre oder andere netzaffine Gruppen schauen. Es reicht, sich deutlich zu machen, wie grundlegend das Internet die Lebensweise in fast allen Bereichen verändert hat – und das war erst der Anfang. Man darf gespannt sein, wie sich die technischen Möglichkeiten und deren Auswirkungen in den nächsten Jahren entwickeln werden, auch wenn man im Internet längst aufgehört hat, in Jahren zu rechnen.

Ein Jahrzehnt wird besichtigt III … Dezember 17, 2009

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Der Euro

Was macht eigentlich der Euro, der offiziell schon seit 1999 als Währungsmittel an den Börsen gilt, in dieser Reihe? Seit 2002 bezahlen wir in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten mit der europäischen Einheitswährung und nach einigem Abschiedsschmerz haben sich wohl auch die letzten abgewöhnt, Mark statt Euro zu sagen. Das erste, was ich mir damals am 2. Januar mit dem Euro kaufte, war übrigens eine Sportbild (damals noch einigermaßen erträglich) und eine Packung Fruchtgummi. In dieser Reihe aber soll der Euro abseits nostalgischer Sentimentalitäten uns als Sinnbild und Mahner an die fortgeschrittene Globalisierung der „Nuller Jahre“ dienen.

Europa, die Welt insgesamt ist in diesem Jahrzehnt zusammengewachsen. Nach den politischen Wiedervereinigungen, Unabhängigkeiten und Zusammenschlüssen der 90er geschah dieses Zusammenwachsen nun vor allem wirtschaftlich und auf nicht immer erfreuliche Weise. „Globalisierung“ ist mittlerweile zu einem gern verwendeten Kampfbegriff mutiert, der Assoziationen wie Niedriglöhne, Stellenabbau und „wegrationalisieren“ nach sich zieht. So hat die Globalisierung bei aller Vereinfachung des Finanz-, Handels- und Informationssystems eine eher hässliches Gesicht erhalten. Mit einer Selbstverständlichkeit kaufen wir heute Waren vom anderen Ende der Welt, die deutsche Firmen ebendort produzieren lassen, wie sie früher undenkbar gewesen wäre. Die Welt ist noch mehr zum Dorf geworden.

Vorläufiger Tiefpunkt ist die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise. Möglicherweise wird diese in einigen Jahren einen viel herausragenderen Platz in der Geschichtsschreibung erhalten, als diese mageren Zeilen hier. Doch von unserem heutigen „Sehepunkt“, wie der korrekte Historiker sagt, lassen sich die Folgen, Gefahren und Chancen eben noch nicht richtig einschätzen.

Ein weiterer, indirekt mit der Globalisierung verbundener Aspekt darf natürlich auch nicht unerwähnt bleiben: die drohende Klimakatastrophe. Das Bewusstsein für die Umweltproblematik hat sich in den vergangenen Jahren aufgrund der zunehmenden Dringlichkeit des Themas erheblich gesteigert. Ohne Zweifel wird diese Frage in der Zukunft auch weiter an Wichtigkeit zunehmen.

Ein Jahrzehnt wird besichtigt II … Dezember 14, 2009

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Der 11. September

Was der Welt zum Millenium erspart geblieben war, die große Katastrophe, kam mit 21 Monaten Verspätung. Spätestens als am 11. September 2001 in das World Trade Center in New York krachte, war die Welt eine andere. Seither gilt dieses Datum nicht als Synonym für den verheerendsten Terroranschlag der Geschichte, sondern auch als Sinnbild für eine völlig neue Dimension des Krieges und der Ideologien.

Krieg im 21. Jahrhundert wird – das zeigt der 11. September genauso wie die folgenden Anschläge von London und Madrid –  nicht mehr auf dem Schlachtfeld und nicht mehr notwendigerweise mit und gegen Soldaten geführt. Zum Objekt terroristischer Zerstörungswut kann jeder Passant werden und vielleicht ist genau das, was den Terror so mächtig macht – die kollektive Angst. Der „Neue Krieg“, von dem man nicht einmal mehr genau weiß, ob es eigentlich ein Krieg ist, bedarf keiner Kriegserklärung mehr, er geschieht durch Unterwanderung und Überraschung.

Gleichzeitig schafft der 11. September endlich wieder etwas, worauf der Mensch in seinem Schwarz-Weiß-Denken nach dem Zusammenbruch des Kommunismus sehnsüchtig gewartet hat: die klare Rollenverteilung von Gut und Böse sowie klare Feindbilder. Der neue Feind des Westens ist nicht rot, sondern trägt einen langen Bart und betet fünfmal am Tag. Diese Einteilung der Welt schlägt sich nieder im mittlerweile geflügelten Wort „Achse des Bösen“ (George W. Bush) und mündet in Kriege in Afghanistan und Irak, die sich als Fass ohne Boden erweisen.

Insofern ist der Fortgang der „ideologischen Evolution“ (Fukuyama, der mit dem „Ende der Geschichte“) der Menschheit auch ein Rückschritt in vergangene Zeiten. Denn die Renessaince der Religion als politisches Mittel weckt Erinnerungen an die Kreuzzüge des Mittelalters, die ebenso wenig Erfolg hatten wie Bushs Invasionen. Dabei steht dem (militanten!) Islam gar nicht unbedingt das Christentum als Religion gegenüber, sondern eher das Demokratiebewusstsein der liberalisierten, westlichen Gesellschaft. Und immer wieder steht diese Gesellschaft vor dem Spagat, ihr Gebot der Toleranz mit ihren (berechtigen und unberechtigten) Vorurteilen über die neuen Feinde des Abendlandes zu vereinbaren. Dies sind die Pole, zwischen denen sich die Konflikte unserer Zeit abspielen.

Womöglich fehlen mir Zeit und Intelligenz, all die weiteren Implikationen des 11. September aufzuzeigen. (Dies mögen jene tun, deren Beruf es ist. Oder der aufmerksame Leser für sich selbst oder in den Kommentaren.) Kurz zu nennen wären hier der immense Ansehensverlust der USA, eine Stimmung zwischen Islamophobie und übertriebener Rücksichtnahme, die Beteiligung Deutschlands, der Sicherheitswahn allerorten, die Schande von Guantanamo und den übrigen Folterstätten.

Auch wenn ich mir Prognosen im eigenen Interesse verkneifen wollte: vom 11. September 2001 wird sich diese Welt noch lange nicht erholen. Möglicherweise begann an diesem Tag eine neue Epoche der politischen Weltgeschichte.
(PS- Wenn oben vom Islam negativ die Rede ist, gilt das immer für den militanten Islam. Gleichwohl haben o.g. Ereignisse zu einem generellen Misstrauen gegenüber dem Islam bzw. den Moslems geführt, was auch teilweise verständlich ist.)

Ein Jahrzehnt wird besichtigt I … Dezember 12, 2009

Posted by Huge in Uncategorized.
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Wenn nun wieder die Zeit der Jahresrückblicke kommt, sollte nicht vergessen werden, dass mit dem 31. Dezember 2009 nicht nur ein Jahr, sondern auch ein Jahrzehnt sein Ende nimmt. Was bleibt von den ersten zehn Jahren 21. Jahrhundert, und wie lassen sich diese zehn Jahre in einem Akt gleichsam historisch-soziologischer-sonstwas Beschreibung zusammenfassen?

Mit 20 Jahren über Jahrzehnte zu schreiben ist ein wenig abenteuerlich. Die Vergleichswerte fehlen, mindestens in Bezug auf die Aspekte, die in dieser Analyse vorherrschen sollen. Alles, was ich an Vergleichswerten habe, ist das geschichtliche Wissen um vergangene Jahrzehnte, aus dem sich eine Beurteilung bzw. Einordnung derselben ergibt. Trotzdem werde ich in mehreren Folgen versuchen, einfach aufzuschreiben, welche Eindrücke mich dieses – erste bewusst komplett wahrgenommene – Jahrzehnt aus gesellschaftlicher Sicht gewinnen ließ.

Björn Grau hat bei Spreeblick (einem der wichtigsten deutschen Blogs) geschrieben, es habe keinen „erhebenden kulturellen Mythos“ im Vergleich zu Achtzigern und Neunzigern gegeben.  Auf den ersten Blick mag diese Einschätzung verstören, auf den zweiten mag sie zutreffen. Bei näherem Bedenken aber wird klar, dass Schreibung und Beurteilung von Geschichte immer nur auf Distanz funktioniert. Was unser Jahrzehnt geprägt hat, was es so unverwechselbar macht, können wir noch gar nicht genau beschreiben, da wir mittendrin sind im Geschehen. Wir sinnieren über Kleinigkeiten und leicht Vergängliches, haben das „große Ganze“ (3€ Phrasenschwein) nicht im Blick.

Aber wir haben eine Ahnung, denn bei aller Subjektivität unserer eigenen Zeit gegenüber gehen wir doch nicht ganz unreflektiert durch´s Leben. Zudem haben Unmengen von Philosophen, Wissenschaftlern und Publizisten sich der Aufgabe angenommen, eine Überschrift für die heutigen Lebensformen zu finden. Ach, was waren ich und die anderen meinen Alters nicht schon alles: Generation Spaß, Generation Doof, Generation Praktikum, Generation Umhängetasche und schließlich sogar Krisenkinder.  Allein schon diese Vielfalt macht die Schwierigkeit des Unternehmens deutlich. Auch für eine passende Bezeichnung der Gesellschaftsform hat man mancherlei Worte gefunden: Multikulturelle, postindustrielle, Multioptions- , Informations-, Medien-, Pluralitätsgesellschaft.

Woran sich der allgegenwärtige Luhmann und einige seiner Kollegen die Zähne ausgebissen haben, dem Gegenstand können wir nichts Allgemeingültiges anfügen. Deshalb seien nur einige Dinge genannt, die diese Dekade geprägt haben und uns im Gedächtnis geblieben sind. Vielleicht können wir danach ein wenig verallgemeinern. Also exemplarisch drei Dinge, die auch Björn nennt: der 11. September 2001, der Euro und das Internet. Unter dem Titel „Ein Jahrzehnt wird besichtigt“ möchte ich in den nächsten Tagen jeweils einzeln auf diese Geschehnisse und Entwicklungen eingehen. Am Ende dann der Rest. Schon im Vorhinein sei angemerkt, dass dies nur ein Versuch ist, der den Anspruch auf Vollständigkeit weder erhebt noch verdient.

Zwischen Krabbel- und Todesgruppe … Dezember 5, 2009

Posted by Huge in Fußball, Uncategorized.
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Inmitten von all den Formalia, gewohnten Wortgeflechten und Mutmaßungen wollen wir einmal kurz und schnell einen prüfenden Blick  auf die Auslosung für die WM 2010 werfen, aus deutscher Sicht natürlich. Die öffentliche Meinung ist sich in der Bewertung durchaus uneinig: während die MZ von „Losglück“ spricht, meint die WELT, dass Deutschlands Weg kein leichter sein werde. Xavier Naidoo wird´s freuen. Die Kicker-Redakteure haben im Journalistik-Seminar gelernt, dass eine Nachricht nicht werten darf und schreien einfach die Fakten auf den Bildschirm.

Bei allem urdeutschem Pessimismus sollte klar sein, dass diese Gruppe D schon mal keine „Todesgruppe“ und das Achtelfinale somit Pflicht ist. Und wer Weltmeister werden will, für den ist die Gruppe ohnehin nur Warmlaufen. Doch unterschätzen sollte man das Auslosungsergebnis auf keinen Fall. Den Fehler haben die Franzosen 2002 gemacht, als sie als Titelverteidiger plötzlich an Senegal, Dänemark und Uruguay scheiterte.

Als schwierigster Gegner erscheint mir im Moment Serbien. Die Serben sind in Europa für ihre sehr stabile Defensive bekannt, auf der ihr gesamtes System beruht. Zugegebenermaßen gibt es nicht viel mehr an System, aber gegen Mannschaften, die hinten drin stehen, tut man sich immer schwer. Australien spielt dagegen einen recht kombinationslastigen Fußball, so weit ich weiß, ist aber für mich in der Gruppe eher das schwächste Team. Gespannt darf man auf Ghana sein. Auf dem eigenen Kontinent könnten die Afrikaner, ausgestattet mit einigen guten Einzelspielern, eine Überraschung schaffen.

Schön ist jedenfalls, dass die WM jetzt endlich greifbar wird, die Vorfreude steigt und wir auch die ersten Termine haben, nach denen wir unser Leben und möglicherweise Studium in 2010 planen müssen.

Inzeitenderkrise … Oktober 28, 2009

Posted by Huge in Uncategorized.
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Für alle, die seit Oktober 2008 im Koma lagen und heute aufgewacht sind: wir haben die größte Wirtschaftskrise seit 1929 oder so. Die Krise ist in aller Munde, sie ist überall und doch nirgends – denn zumindest ich habe von der Krise bisher noch nicht viel gesehen und gespürt. Aber das Schlimmste steht uns ja, ähnlich wie bei der Schweinegrippe, noch bevor und dann werden wir alle darben. Doch zumindest einen Neologismus hat uns die Krise geschenkt: das geflügelte Wort „inzeitenderkrise“ (gerne auch: „inzeitenderinternationalenwirtschaftsundfinanzkrise“)

Niemand entkommt mehr diesem „inzeitenderkrise“. Wir hören und lesen es überall, angefangen bei (der Sozialwissenschafter würde sagen: auf der Mikroebene) der Mutter, die ihrem Kind kein Eis kaufen will. Inzeitenderkrise kauft man kein Eis. Ich schreibe diesen Eintrag inzeitenderkrise. Inzeitenderkrise gibt das ZDF 30 Mio. € für ein Studio aus. Oliver Pocher und diese Sandy bekommen ein Kind – ausgerechnet inzeitenderkrise. Nie verstehen werde ich, warum die FDP inzeitenderkrise ihr bestes Wahlergebnis holt. Bei der SPD und dem VfB Stuttgart gibt es auch eine Krise, aber das ist etwas anderes.

Es hat etwas Lähmendes und Bedrohliches, dieses inzeitenderkrise. Die Krise will uns auffressen, besser gesagt: die Kapitalisten, und das stimmt. Aber inzeitenderkrise muss man sich nicht einschüchtern lassen und genau das bedeutet „inzeitenderkrise“, nämlich die allgegenwärtige Bestimmung des Alltags durch die Krise. Wir leben nicht inzeitenderkrise – wir leben in der Zeit, zu der wir sie machen.