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Gekaufte Fans und geklaute Bilder – die Exoten der WM … Juni 15, 2010

Posted by Huge in Fußball.
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Über keine andere Mannschaft weiß man so wenig wie über Nordkorea. Aber was man über sie weiß, ist so wissenswert, dass es hier unbedingt explizit erwähnt werden muss. Die Teilnahme Nordkoreas an den Sportfestspielen des kapitalistischen Auslands nämlich funktioniert nach seiner eigenen Logik. Bereits vor der WM hat der Verbandspräsident als Ziel ausgegeben: „Nordkorea wird die WM gewinnen. Dies wird uns dank der großartigen Unterstützung unseres geliebten Führers Kim Jong-Il gelingen.“ Dazu muss man wissen, dass die Mannschaft zu den wahrscheinlich schwächsten der 32 Teams gehört.

Um die Chancen zu verbessern, wollte der Trainer vor dem Turnier einen Stürmer als Torwart getarnt nominieren, um im Angriff mehr Alternativen zu haben. Das wurde aber von der FIFA verhindert. Fans haben die Asiaten übrigens auch. Die 2000 Schlachtenbummler kommen aber keineswegs aus der Heimat, sondern sind gekaufte Chinesen – alle Nordkoreaner haben Ausreiseverbot. Aufgrund diplomatischer Verwicklungen mit Nachbar Südkorea, von dem man ursprünglich die Fernsehbilder  übernehmen sollte, gibt es theoretisch nichts von der WM in Nordkorea zu sehen. Praktisch allerdings haben die gewieften Techniker des kommunistischen Staates allerdings einen Weg gefunden, die Bilder des südkoreanischen Fernsehens abzufangen und in ihr Land zu übertragen. (Hochinteressant wäre es, mehr über die Berichterstattung zur WM in Nordkorea zu erfahren. Ich glaube fast, dass dort Nordkorea tatsächlich Weltmeister wird.)

Und bevor Oliver Kahn das nächste Mal von Druck spricht: damn it, unter Druck stehen sie tatsächlich. 1966, als Nordkorea erstmals bei einer WM teilnahm und sogar sensationell Italien aus dem Turnier schoss, wanderten nach der WM mehrere Spieler in Arbeitslager, weil sie den „geliebten Führer“ enttäuscht hatten. Sportlich allerdings haben die Nordkoreaner schon für die erste Überraschung gesorgt: gegen Brasilien verloren sie zwar 1:2, hielten aber mehr als 45 Minuten lang sehr gut mit.

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