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Warum nicht alles gut sein darf … Mai 11, 2010

Posted by Huge in Fußball.
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Wahrscheinlich neigt der Mensch dazu, den Rückblick mit rosaroter Brille zu halten. Vielleicht ist es auch einfach ein Abwehrmechanismus gegen das böse Leben. In Bielefeld haben Arminia-Fans vor einigen Wochen die Aktion „Flagge zeigen – Ausverkauft gegen RWO“ gestartet. Dahinter steht der Wunsch, ein Zeichen für Arminia Bielefeld zu setzen: die Fans stehen hinter dem Verein und feiern, als wären sie aufgestiegen. An sich nicht schlecht, ich habe dennoch, trotz Aufforderung via facebook und Mail, darauf verzichtet für die Aktion hier auf dem Blog Werbung zu machen. Denn das erste, was mir dazu einfiel, war: Realitätsverlust.

Die Aktion wurde groß aufgezogen, sogar aktuelle und ehemalige Arminia-Legenden beteiligten sich. Tatsächlich kamen gestern zum Saisonabschluss gegen Rot-Weiß Oberhausen 15000 Zuschauer auf die Alm (lange nicht ausverkauft, aber ein guter Wert), die Stimmung soll herrlich gewesen sein und am Ende stand ein versöhnlicher 2:1-Sieg. Es sollte noch weitere Aktionen geben, etwa einen Marsch vom Jahnplatz zum Stadion oder eine Party auf dem Rathausplatz. Aber es darf eben nicht alles gut sein nach dieser bewegten Saison! Diese Allversöhnungstendenzen tragen nur dazu bei, dass sich nichts Entscheidendes für die Zukunft ändert.

Zu viel ist passiert in diesem Jahr: ein Millionenloch, von dem man gar nicht genau weiß, wie tief es eigentlich ist – eine Mannschaft, die in der Rückrunde sportlich alle Hoffnungen verspielt hat – ein Vorstand, der den Verein fast in den Ruin gewirtschaftet hat – vier Punkte Abzug – ein offenes Zerwürfnis mit den Fans – usw. An all das dürfen Verein und Fans nicht einfach mit einer großen Abschlussparty einen Haken machen, denn das ist die Garantie dafür, dass diese Fehler auch in der Zukunft fortgeführt werden.

Natürlich stehen wir hinter unserem Verein und wäre ich dieser Tage in Ostwestfalen, hätte ich mit Sicherheit auch im Block gestanden – wie übrigens auch bei den Spielen zuvor. Aber muss ich als Arminia-Anhänger meinen kritischen Verstand an der Kasse abgeben? (Die Antwort, die mir jemand in einer längeren Online-Diskussion gab: als langjähriger Armine habe man den eh schon verloren, es sei also egal.) Noch ist kein neuer Trainer gefunden, noch weiß keiner, wie die Mannschaft der nächsten Saison aussehen soll. Da wirkt diese Aktion eher wie die oft gerügte Selbstbeweihräucherung der Fans: solange wir singen, ist egal, wie die Mannschaft spielt.

Es bleibt viel zu tun für die Sommerpause, die Aufgabe der Fans dürfte es dabei sein, diese Entwicklung kritisch zu begleiten und die Mannschaft, wenn es wieder draufankommt, weiter zu unterstützen. Ein Leben lang / schwarz-weiß-blau ein Leben lang!

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