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Super, 96! … Mai 9, 2010

Posted by Huge in Fußball.
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Fußball ist wie das Leben: ein hartes Geschäft. Aber manchmal gewinnen die Richtigen, so wie Hannover 96 an diesem letzten Spieltag. Eine Sympathiebekundung.

Der Fußballfan, der sein Leben nicht in Jahren, sondern in Saisons rechnet, hat viel zu leiden im Wonnemonat Mai, wenn sein Herz einem permanent existenzbedrohten Klub gehört. Wer wüsste das besser als ein Anhänger der Bielefelder Arminia, der sich nur entspannt zurücklehnen darf, wenn sein Verein in der Bedeutungslosigkeit versunken ist. Am letzten Spieltag kommt es dann Jahr für Jahr zum großen Showdown der Gefühle, in dem „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ so nah beieinander liegen, wie es Goethe nur gemeint haben kann. Und mir tun sie durchaus leid, diese Fans, deren verzerrte Gesichter uns über die Empfangsgeräte in den Haushalten erreichen, wie sie leiden, schreien, stöhnen und am Ende entweder feiern oder weinen.

Feiern darf nach dieser Saison Hannover 96. Völlig zu Recht möchte ich sagen (und ich darf das, denn zwischen der Arminia und 96 besteht eine enge Fanfreundschaft und ich war auch schon mal im 96-Block). Es ist unglaublich, was diese Mannschaft, diese Fans und dieser Verein in dieser Saison geleistet haben. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich der Tod von Robert Enke. Es lässt sich weder ausdrücken noch nachvollziehen, was diese Tragödie für die Mannschaft bedeutet haben muss. Die sportliche Bilanz vermittelt einen kleinen Eindruck: ein Punkt aus den ersten zwölf Spielen nach Enkes Selbstmord. Ich hätte damals alles darauf gesetzt, dass sich Hannover von diesem Schock nicht erholt. Sie haben das Unmögliche geschafft, wenngleich jeder, der gesehen hat, wie Enkes Nachfolger Florian Fromlowitz nach dem Abpfiff weinend vor seinem Tor zusammenbrach, weiß dass hier noch lange nicht Normalität eingekehrt ist.

Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Ein Fehlstart, der in dieEntlassung von Dieter Hecking mündete, sein Nachfolger Bergmann machte auf seiner ersten Trainerstation einen guten Job, musste aber während der beispiellosen Talfahrt ebenfalls seinen Hut nehmen. Mirko Slomka, als großer Psychologe angekündigt, schaffte es zunächst ebenfalls nicht das Ruder rumzureißen, stand kurz vor dem Abschuss und durfte dennoch ein Happy end feiern. Es gab verrückte Spiele mit drei Eigentoren; Gegentore, die aus unbeschreiblicher Dummheit (Durica gegen Stuttgart) resultierten; ein 0:7 in München und ein 1:5 gegen Bremen – dann aber wieder das sensationelle 4:2 gegen Schalke, den 6:1-Sieg über Mönchengladbach und das entscheidende 3:0 in Bochum.

Schön, dass wir Hannover 96 noch mindestens ein weiteres Jahr in der Bundesliga sehen dürfen. Diese Mannschaft hat es verdient. Wären wir nicht im unpersönlichen, formlosen Internet, wir sollten alle aufstehen und uns tief verbeugen. 45 Grad, mindestens.

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