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Das Afghanistan-Dilemma … April 28, 2010

Posted by Huge in Politik.
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Als die Bilder der vier Särge unter der Deutschland-Flagge durch das Land gingen und die beklommene Stimmung durch die Bildschirme drang, da flüsterten die Stimmen im Kopf plötzlich eine Zeile von Brecht: „Wohl dem Land / das keine Helden hat.“ Gewiss, sie starben als Helden, diese vier Soldaten aus Afghanistan; den Eid, „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, haben sie bis zum Ende gehalten. Doch was brachte es ihnen und was bringt es Deutschland?
Der Einsatz in Afghanistan hat sich längst als Fass ohne Boden entpuppt. Verführt Angeführt vom Panikrhetoriker Bush hat man sich in einen Konflikt gestürzt, dessen Reichweite damals gar nicht abzusehen war. Es werden nicht die letzten Trauerreden gewesen sein, die Verteidigungsminister und Bundeskanzlerin halten werden. Die Frage nach dem Sinn des Engagements am Hindukusch wird indes immer lauter gestellt. Warum bittet Guttenberg einerseits so pathetisch um Verzeihung, verstrickt sich dann aber in einer peinlichen Sprachregelungsdebatte? Es ist Krieg, wenn Soldaten gewaltsam sterben. Dass man diesen Zustand aber nicht beim Namen nennen darf, ist die Feigheit der Politiker, die vor der vielbeschworenen Tapferkeit der gefallenen Soldaten immer deutlicher heraustritt.
Deutschland (ich sage nicht die Bundeskanzlerin, der Verteidigungsminister oder die Regierung, ich sage Deutschland) steckt in einem Dilemma, dass ohne Schaden nicht mehr aufzulösen ist. Fast zwei Drittel der Bevölkerung befürworten mittlerweile den Abzug der Truppen, aber wäre dann nicht die ganze Mühe und insbesondere der Tod dieser Soldaten umsonst gewesen? Und ist es tatsächlich verantwortbar, ein solch labiles System sich selbst zu überlassen? Eigentlich wäre mir – zumal als erklärtem Pazifisten – der sofortige Abzug lieb, doch die rationalen Argumente sprechen leider dagegen, fürchte ich. Es wird auch weiter ein schwerer Weg in Afghanistan.
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