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Ein Jahrzehnt wird besichtigt I … Dezember 12, 2009

Posted by Huge in Uncategorized.
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Wenn nun wieder die Zeit der Jahresrückblicke kommt, sollte nicht vergessen werden, dass mit dem 31. Dezember 2009 nicht nur ein Jahr, sondern auch ein Jahrzehnt sein Ende nimmt. Was bleibt von den ersten zehn Jahren 21. Jahrhundert, und wie lassen sich diese zehn Jahre in einem Akt gleichsam historisch-soziologischer-sonstwas Beschreibung zusammenfassen?

Mit 20 Jahren über Jahrzehnte zu schreiben ist ein wenig abenteuerlich. Die Vergleichswerte fehlen, mindestens in Bezug auf die Aspekte, die in dieser Analyse vorherrschen sollen. Alles, was ich an Vergleichswerten habe, ist das geschichtliche Wissen um vergangene Jahrzehnte, aus dem sich eine Beurteilung bzw. Einordnung derselben ergibt. Trotzdem werde ich in mehreren Folgen versuchen, einfach aufzuschreiben, welche Eindrücke mich dieses – erste bewusst komplett wahrgenommene – Jahrzehnt aus gesellschaftlicher Sicht gewinnen ließ.

Björn Grau hat bei Spreeblick (einem der wichtigsten deutschen Blogs) geschrieben, es habe keinen „erhebenden kulturellen Mythos“ im Vergleich zu Achtzigern und Neunzigern gegeben.  Auf den ersten Blick mag diese Einschätzung verstören, auf den zweiten mag sie zutreffen. Bei näherem Bedenken aber wird klar, dass Schreibung und Beurteilung von Geschichte immer nur auf Distanz funktioniert. Was unser Jahrzehnt geprägt hat, was es so unverwechselbar macht, können wir noch gar nicht genau beschreiben, da wir mittendrin sind im Geschehen. Wir sinnieren über Kleinigkeiten und leicht Vergängliches, haben das „große Ganze“ (3€ Phrasenschwein) nicht im Blick.

Aber wir haben eine Ahnung, denn bei aller Subjektivität unserer eigenen Zeit gegenüber gehen wir doch nicht ganz unreflektiert durch´s Leben. Zudem haben Unmengen von Philosophen, Wissenschaftlern und Publizisten sich der Aufgabe angenommen, eine Überschrift für die heutigen Lebensformen zu finden. Ach, was waren ich und die anderen meinen Alters nicht schon alles: Generation Spaß, Generation Doof, Generation Praktikum, Generation Umhängetasche und schließlich sogar Krisenkinder.  Allein schon diese Vielfalt macht die Schwierigkeit des Unternehmens deutlich. Auch für eine passende Bezeichnung der Gesellschaftsform hat man mancherlei Worte gefunden: Multikulturelle, postindustrielle, Multioptions- , Informations-, Medien-, Pluralitätsgesellschaft.

Woran sich der allgegenwärtige Luhmann und einige seiner Kollegen die Zähne ausgebissen haben, dem Gegenstand können wir nichts Allgemeingültiges anfügen. Deshalb seien nur einige Dinge genannt, die diese Dekade geprägt haben und uns im Gedächtnis geblieben sind. Vielleicht können wir danach ein wenig verallgemeinern. Also exemplarisch drei Dinge, die auch Björn nennt: der 11. September 2001, der Euro und das Internet. Unter dem Titel „Ein Jahrzehnt wird besichtigt“ möchte ich in den nächsten Tagen jeweils einzeln auf diese Geschehnisse und Entwicklungen eingehen. Am Ende dann der Rest. Schon im Vorhinein sei angemerkt, dass dies nur ein Versuch ist, der den Anspruch auf Vollständigkeit weder erhebt noch verdient.

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