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Bis zum Anpfiff war es ein Spitzenspiel … Oktober 28, 2009

Posted by Huge in Fußball.
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Eigentlich sind es ja diese Spiele, für die man Fußballfan ist, wenn alles mindestens eine Woche lang darauf hinfiebert und sogar die, die Fußball sonst nur am Rande interessiert, plötzlich aus ihren Löchern kommen: die sogenannten Topspiele. Ein nicht untrügliches, aber relativ sicheres Zeichen eines Topspiels ist seit dieser Saison die Anstoßzeit 18.30 Uhr am Samstag. Geradezu unfehlbar sind hingegen die in den Medien im Zusammenhang mit dem Spiel genannten Begriffe  „Gipfel“, „Kampf der Giganten“ oder „Spiel des Jahres/Jahrhunderts“.

Leider entwickeln sich Spiele dieser Gattung oft wie das Aufeinandertreffen zwischen dem HSV und Bayer Leverkusen am Samstag: Erster gegen Zweiter, taktisches Geplänkel, kompakte Viererketten, Verbissenheit, wenige Torraumszenen, 0:0. (Es gibt auch rühmliche Gegenbeispiele: Bayern – Hoffenheim im vergangenen Jahr beispielsweise.) Doch warum halten Spitzenspiele so selten, was sie versprechen und hinterlassen dabei Enttäuschung und Ernüchterung?

Wahrscheinlich ist es die Angst vor dem entscheidenden Fehler. Denn Fußball ist ein Fehlerspiel (vgl. Otto Rehhagel) und die Angst zu versagen ist der Albtraum, der uns alle seit 2000 Jahren quält (vgl. Farin Urlaub). Bei Spitzenspielen baut sich allein schon durch den sportlichen Wert ein solcher Druck auf, dass jeder Fehler das Ende der hochfliegenden Träume bedeuten kann. Nehmen wir ein Eigentor: dann steht es plötzlich 0:1, der Gegner wird sicherer, kann evtl. tief stehen und den Vorsprung verteidigen. Gar nicht zu reden von dem medialen Interesse, das zusätzlich die Nerven belastet.

Diese Angst ist es wohl, die dem Fußballfan so manchen Abend vergällt. Abschalten lässt sie sich wohl nicht und vielleicht ist sie auch durchaus berechtigt, kann doch eine umnachtete Sekunde die Tabellenführung, die Meisterschaft (vgl. Ballack 2000), den Stammplatz oder gar einige Millionen Euronen kosten.

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