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Bereit für Südafrika … Oktober 11, 2009

Posted by Huge in Fußball.
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Für die deutsche Nationalmannschaft ist der Weg zur WM 2010 in Südafrika geebnet, doch hat er auch eine Menge Nerven gekostet. Hochdramatisch ging es beim vorweggenommenen Qualifikationsfinale im Moskauer Luschniki-Park, ehe Deutschland den Kunstrasen als 1:0-Sieger über Russland verlassen konnte, in der Tasche das Ticket nach Südafrika.

Miroslav Klose erzielte das entscheidende Tor in der 34. Minute nach einem klugen Querpass von Mesut Özil. Zuvor hatte sich die DFB-Elf noch recht schwer getan, René Adler musste gegen Kerzhakov in höchster Not retten. Nach der Führung gewann Deutschland an Sicherheit, verlor diese nach dem Seitenwechsel aber bald wieder. Stattdessen zog nun Russland sein Kombinationsspiel auf, dass vor allem durch Arshavin immer wieder für Torgefahr sorgte. Torwart Adler aber hielt mit Weltklasse-Paraden und etwas Glück den Kasten sauber. Nach der gelb-roten Karte für Boateng (im ersten Spiel) wurde es ein reines Zitterspiel, in dem die Russen neben einem Elfmeter auch durchaus einen Punkt verdient gehabt hätten.

Trotz des Sieges wartet also noch eine Menge Arbeit auf Löw, Flick und Köpke, ehe es zu den Titelkämpfen ans Kap geht. Überbordende Freude ist vorläufig unangebracht, schließlich ist bisher nur das absolute Soll erfüllt, die WM-Teilnahme sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die Mannschaft scheint seit der EM 2008 zu stagnieren, wirkliche Glanzpunkte gab es – abgesehen von der ersten Hälfte im Russland-Hinspiel – nicht. Hier wird Löw die Zeit bis Juni 2010 hoffentlich nutzen, um eine Stammelf zu finden und diese auch aufeinander abzustimmen.

In letzter Zeit nämlich plagten den Bundestrainer nicht nur personelle Sorgen, auch seine eigenen Entscheidungen sorgten oft genug für Fragezeichen und dicke Luft. Im entscheidenden Spiel gegen Russland stand plötzlich der Debütant Jerome Boateng in der Startelf. Zwar hat Boateng in Bundesliga und U21 absolute überragende Leistungen gezeigt und auch am Samstag nicht direkt versagt, doch muss die Frage erlaubt sein, ob man einen blutjungen Mann ausgerechnet in einem solchen Spiel ins kalte Wasser werfen sollte. Einem Arne Friedrich wäre diese gelb-rote Karte, die sein Team derart in die Bredouille bringt, vielleicht nicht passiert.

In anderen Fragen hingegen weicht Löw krass vom Leistungsprinzip ab. Stefan Kießling führt zwar die Torjägerliste der Bundesliga an, fand aber trotz der kollektiven Krise seiner Stürmerkollegen erneut keine Berücksichtigung. Auch die Entscheidung für René Adler stieß auf Kritik, die dieser in Moskau aber eindrucksvoll widerlegte. So wird Adler wohl auch in Südafrika im Tor stehen und damit vom Pech seines Kontrahenten Robert Enke profitieren, der eigentlich für die entscheidenden Spiele vorgesehen war, dann aber wegen Krankheit passen musste.

Immerhin können Löw und die Mannschaft die nächsten Wochen nun entspannt angehen, während andere große Namen noch zittern müssen. Portugal, Argentinien und Frankreich müssen sich die WM eventuell daheim am Fernseher anschauen. Insofern haben Rolfes und Schweinsteiger Cristiano Ronaldo und Messi schon einmal etwas voraus.

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