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Showdown in Berlin … August 16, 2009

Posted by Huge in Sportiv.
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Den Nachmittag verbrachte ich noch in den Niederungen des Dorffußballs, dann ging es stetig aufwärts: erst das am Ende peinliche 2:3 der Arminia in Zusammenfließen, dann ganz nach oben – die besten Leichtathleten der Welt maßen am zweiten Wettkampftag der WM in Berlin ihre Kräfte.

Die deutsche Leichtathletik ist so oft totgesagt worden, bewies aber eindrucksvoll, dass Totgesagte bisweilen wirklich länger leben. Bereits gestern Abend hatte Ralf Bartels in einem spannenden Kugelstoß-Finale Bronze geholt. Und auch am Sonntag konnte sich der DLV über Edelmetall im Kugelstoßen freuen. Nadine Kleinert zeigte den Wettkampf ihres Lebens, startete bereits mit einer persönlichen Bestleistung von 20,06m und verbesserte diese Marke noch einmal auf 20,20m. Getoppt wurde ihre Leistung nur von der neuseeländischen Favoritin Villy (20,44m). Silber für Nadine Kleinert – eine kleine Überraschung.

Die zweite deutsche Medaille des Tages ging an Jennifer Oeser. Die blonde Siebenkämpferin steigerte sich mit einer eindrucksvollen Energieleistung im abschließenden 800-Meter-Lauf von Rang drei auf Platz zwei und bekam so ebenfalls Silber um den Hals. Über die 800 Meter war sie auf halber Strecke gestürzt, kämpfte sich aber wieder heran und wurde dafür belohnt.

Dann aber der 100-Meter-Sprint. Es war so viel über diesen Showdown der schnellsten Männer der Welt geschrieben worden, über dieses Duell zwischen Usain Bolt (Jamaika) und Tyson Gay (USA, keine Witze mit Namen ;-) ), das vielleicht besser ans Ende der WM gepasst hätte. Aber was sich dann wirklich auf der blauen Tartanbahn abspielte, damit hatte niemand gerechnet. Es ist ziemlich genau eine Stunde her und ich kann es immer noch nicht wirklich glauben.

Um es kurz zu machen: Usain Bolt wurde Weltmeister. Mit Weltrekord. 9,58 Sekunden. An alle, die das halbwegs einordnen können und es noch nicht wussten: kein Tippfehler! 9, 58 Sekunden, eine Fabelzeit, nicht für möglich gehalten, zumindest nicht jetzt. Seinen alten Weltrekord, exakt vor einem Jahr aufgestellt, pulverisierte Bolt damit förmlich, er lief mehr als eine Zehntelsekunde schneller. Sonst werden Weltrekorde über 100 Meter meist im Hundertsteltakt gesteigert. So fühlt es sich also an, wenn Geschichte geschrieben wird.

Ich sage es jetzt einfach ungeschützt und ohne Rücksicht auf alles juristische „in dubio pro reo“: diese Zeit kann man nicht sauber laufen. Ein solcher Sprung, der den Beginn einer neuen Zeitrechnung im Sprint bedeutet, aus purer Muskel- und Schnellkraft? Tut mir Leid, die Botschaft hör ich wohl, allein es fehlt der Glaube.

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