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Coldplay in Zeiten des Internets … Mai 17, 2009

Posted by Huge in Musik.
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Seit Freitag verschenken Coldplay ihr neues Live-Album im Internet. Eine schöne Geste an den Fan, musikalisch bietet LeftRightLeftRightLeft kaum Aha-Momente.

Radiohead war die erste große Band, die ihr Album im Internet zum freien Download anboten. Es klappte – weil Radiohead eben Radiohead ist. Immer mehr Musiker knicken ein vor der Download-Meute und entdecken das Internet plötzlich als Möglichkeit der subtilen Werbung. So auch Coldplay. Dass die Britpopper bereits für 2009 eine nächste Veröffentlichung planen, hatte sich bereits direkt nach dem Erscheinen des sehr erfolgreichen Album Viva la Vida (Death and all his friends) herumgesprochen. Jetzt stellen sie Mitschnitte ihrer Tournee im Netz bereit, bis zum Ende der Tour im September 2009 darf jeder das Live-Album herunterladen.

Eine Entwicklung in die zweifellos richtige Richtung, die sich ohnehin kaum aufhalten lassen wird, denn längst verdient jeder Musiker den Großteil seines Geldes nicht mehr mit CDs, sondern mit Gigs. Und wir wissen ja, wie es sich mit den Mäulen von geschenkten Gäulen verhält. Kritisch betrachtet, ist es dennoch etwas dürftig, was Chris Martin und seine Band da auf die Datenautobahnen schicken. Das Werk trägt den selten blöden Titel LeftRightLeftRightLeft und etwas mehr als neun Tracks hätte man mit Verlaub – v.a. bei einem Livealbum – schon erwarten können.

Es wurde wild zusammengewürfelt, ein paar Hits (Viva la vida, Clocks) sind drauf, andere fehlen. Das große Manko: es kommt kein Konzertfeeling rüber, denn es handelt sich anscheinend nicht um einen kompletten Mitschnitt, sondern verschiedene hintereinandergeschobene Auftritte. Ich höre einige Coldplay-Songs durchaus gerne, finde auch die Stimme von Chris Martin recht ansehnlich, bin aber kein Fan. Irgendwie hört sich alles gleich an, was Martin in sein Mikrofon haucht, oder anders gesagt: es fehlt das Besondere. Vielleicht liegt es auch daran, dass einfach alles zu perfekt und mainstreamig ist. Denn wer nicht vom Weg abkommt, lernt die Gegend nicht kennen.

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