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Lehren aus dem Länderspiel … Februar 12, 2009

Posted by Huge in Fußball.
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0:1 gegen Norwegen – der Start ins Länderspieljahr 2009 ist missglückt. Der Versuch einer Analyse.

In Norwegen darf gefeiert werden. Nach mehr als einem Jahr hat die Fußballauswahl wieder einen Sieg eingefahren. Die lange Durststrecke macht die Niederlage für den Gegner, immerhin Vize-Europameister Deutschland, doppelt schmerzhaft. Nach dem Lecken der Wunden wird es Zeit für eine Analyse.

Die zeigt, dass das deutsche Spiel an fast allen Ecken und Enden krankte. Nicht zuletzt auch dort, wo der Ursprung allen menschlichen Tuns liegt: im Kopf. Norwegen, ohnehin kein großes Licht am Fußballäther, reiste ohne die Stars Carew und Riise an, das Spiel war in den deutschen Köpfen schon vor dem Abpfiff quasi gewonnen. Einen Gegner von Beginn an so zu unterschätzen lässt jeden unwillkürlich den entscheidenden Schritt zu spät kommen. Als sich dann deutlich zeigte, dass die Elf von Egil Olsen nicht nur als Sparringspartner angetreten war, ließ sich der Hebel nicht mehr umlegen.

Defensiv traten die Norweger auf, aber keinesfalls ohne Offensivdrang. Das blitzschnelle Umschalten und Kontern hatte auch bei zehn Mann in der eigenen Hälfte Methode. Trotz Überzahlsituationen am eigenen Strafraum ließ es die deutsche Abwehr immer wieder brenzlig werden. Schon in der ersten Halbzeit hätte Schiedsrichter Messner bei einem Foul von Westermann mindestens Freistoß an der Strafraumlinie geben müssen. René Adler im Tor leistete sich zwar keine großen Schwächen, zeigte aber, dass ihm in solchen Spielen noch das Organisationstalent fehlt.

Beim 1:0 durch Grindheim ließ sich die deutsche Mannschaft komplett überrumpeln. Die Fehlerkette war lang: Trochowski verhindert die Flanke nicht, vier Abwehrspieler lassen den Ball durchgehen, Schweinsteiger schließlich schaut nur zu, wie Grindheim einschießt. Eine Szene, symptomatisch für das Auftreten am gestrigen Abend: Norwegen zeigte sich durchgehend wacher, schneller und konsequenter.

Das Spiel nach vorne gestaltete sich bei der norwegischen Igeltaktik in der eigenen Hälfte von Natur aus schwierig. Auffällig aber die Ideenlosigkeit, mit der sich Ballack und Co. Ball und Verantwortung zuschoben. Höchstens über Einzelaktionen konnte Gefahr heraufbeschworen werden, die offensichtlichen Schwächen des norwegischen Keepers wurden nicht konsequent ausgenutzt. Wenn Philip Lahm und Mesut Özil nach dem Spiel von einem deutlichen deutschen Chancenplus redeten, so ist das nur die halbe Wahrheit. Die deutschen Chancen resultierten meist nur aus Fernschüssen oder anderen individuellen Einfällen. Hundertprozentige Möglichkeiten ergaben sich trotz deutlicher Überlegenheit kaum, wohingegen Norwegen stets kontergefährlich blieb.

Die Neulinge Mesut Özil und Andreas Beck setzten keine Akzente, was aber im ersten Länderspiel auch nicht erwartet wird. Marko Marin konnte seine technischen Fähigkeiten andeuten. Michael Ballack war kaum zu sehen. Aber glücklicherweise ging es an diesem Abend um nichts außer Spielpraxis und Erkenntnisse für die folgenden Quali-Spiele. Dann wird hoffentlich wieder ansehnlicher oder zumindest erfolgreicher Fußball zu sehen sein.

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