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Doppelflickflack auf die große Bühne, gestanden … September 1, 2008

Posted by Huge in Sportiv.
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Es war einmal eine Sportart, die die Massen anzog. Diese Sportart hieß – es war in den Achtzigern und Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts – Tennis. Wie aus dem Nichts war 1985 ein junger Leimener namens Boris Becker aufgetaucht, der auf dem heiligen Rasen von Wimbledon einen großartigen Finalsieg errang. Es folgten Michael Stich, Steffi Graf. Der Tennisboom war geboren.

Mittlerweile läuft längst kein Tennis mehr über den öffentlich-rechtlichen Äther, sogar das grandiose Wimbledon-Finale der Giganten Federer und Nadal lief dank Pay-TV am Großteil der Deutschen vorbei. Niemand steht mehr auf für die US-Open-Partien der Landsleute, der Nachwuchs fehlt. Topleistungen von Thommy Haas, Rainer Schüttler oder Nicolas Kiefer sind Strohfeuer und auf die Frage nach einer erfolgreichen deutschen Tennisspielerin folgt ein langes Überlegen mit der abschließenden Antwort „Grönefeld“, wobei das mit dem „erfolgreich“ so eine Sache ist.

Während sich das Tennis also nach und nach aus dem deutschen Sportbewusstsein verabschiedet, hat das Turnen dort geradezu eingeschlagen wie ein doppelter Flickflack mit gehocktem Salto. Damals, zu Zeiten des jungen Boris Becker, darbte dieser Sport in miserabel ausgeleuchteten Hallen vor einigen wenigen Interessierten und ohne Kameras vor sich hin. Bis – wir wollen nicht übertreiben, aber der Ausdruck drängt sich auf – der Turn-Messias die Matte betrat. Fabian Hambüchen war 16, Brillenträger, 150 Zentimeter klein – aber ein Hoffnungsträger. Er enttäuschte die Hoffnungen nicht und machte nebenbei das Turnen zum voll akzeptierten Bestandteil des Sportkalendars.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele von Peking kam die Rede neben Dirk Nowitzki fast immer auf den sympathischen Hambüchen, für seine Auftritte stellten Millionen Fernsehzuschauer die Wecker. Der ganz große Erfolg blieb Hambüchen (leider) versagt, was seiner Beliebtheit keinen Abbruch tut. Das Turnen ist auf dem besten Weg, den Platz des Tennis nahtlos einzunehmen: spektakuläre Bilder, spannende Wettkämpfe.

Und vor allem: ein Sympathieträger. Natürlich ist es zu hoch gegriffen den 20-jährigen Fabian die Lichtgestalt des Turnens zu nennen, aber eines ist klar: der Erfolg des Turnens in Deutschland definiert sich über Fabian Hambüchen. Und das ist gar nicht schlecht so. Denn ohne medienwirksame Stars und große Typen kein Boom. Im Turnen sind sie gerade erst auf den Geschmack gekommen. Uns erwartet eine Menge – ob mit Hambüchen oder anderen.

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