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Das Geschenk zu lesen … September 1, 2008

Posted by Huge in Bücher.
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„Wie ein Roman“, Daniel Pennac (1992)

Original: Comme un roman

Es ist beeindruckend, was Daniel Pennac mit diesem Buch macht. Ein Buch über das Lesen, für das Lesen. Mit einem Charme, einem Esprit, wie ihn wohl tatsächlich nur die Franzosen besitzen, erzählt der Lehrer und Schriftsteller von seinen eigenen und fremden Leseerfahrungen, von der Kindheit bis zum hohen Alter. Mit den Gründen einer lesefaulen, „audiovisuellen“ Gesellschaft beschäfigt sich Pennac allenfalls am Rande, er will vielmehr begeistern – und schafft das im Handumdrehen. Ein leidenschaftliches Plädoyer für das Lesen, aus jeder Zeile spricht der Liebhaber von Flaubert, Tolstoi, Balzac. Pennacs Leser sind freie Leser, die aufhören dürfen, wann sie wollen. Die nicht lesen, um gelesen zu haben. Das Lesen ist in diesem Buch ein „permanent kreativer Akt“, die „größte intelektuelle Reise“. Der Leser in Pennacs Sinn ärgert sich, wenn er bestürzt feststellt, dass nur noch 50 Seiten verblieben sind. Es ist eine Liebeserklärung an die Größten der Weltliteratur, an das Leben selbst – mit noch mehr Leichtigkeit als zum Beispiel bei den ebenfalls wunderbaren Lese(ver)führern von Ulrich Greiner oder Rolf Vollmann („Die Falschmünzer).

Jeder sollte dieses Buch lesen. Die Leseresistenten, um von dieser einzigartigen Begeisterung angesteckt zu werden (dass das möglich ist, beweist Pennac mehr als einmal). Die Leseliebhaber, um noch einmal den großartigen Anfang aus dem „Parfüm“ („Im 18. Jahrhunder lebte in Frankreich ein Mann …“) zu erleben (nicht zu lesen, zu erleben!) – oder sich besser noch gemeinsam mit dem Autor in nahezu ekstatischer Schwärmerei zu ergehen. Danke für dieses Buch!

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