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Nichts gelernt … Juni 7, 2008

Posted by Huge in Politik.
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Mit Shakespeare sollte Detmolds Bürgermeister R. Heller mittlerweile bestens vertraut sein. Vielleicht aber tat dem Herrn eine nähere Beschäftigung mit Konfuzius eher not. Von dem ist nämlich folgender Spruch überliefert: „Fehler werden gemacht, damit danach eine Erfahrung stattfindet und aus dieser wiederum das Erkennen stattfindet und dadurch eine Veränderung vorgenommen wird.“ Mit dem Erkennen ist es eine vertrackte Sache, dass es in Detmold aber keine Veränderung gab, ist mehr als offensichtlich.

Aber von vorn: am Tag nach dem WM-Finale 2006 schrieb mein Chef und LZ-Chefredakteur M. Dahl in einem treffenden Kommentar, Detmold habe eine Riesenchance verpasst, indem man auf ein public viewing verzichtet habe. Verzeihlich war das damals, weil das public viewing in dieser Form erst 2006 bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land seinen nicht ganz vorhersehbaren Triumphzug antrat. Zwei Jahre sind vergangen, seit das Wort „Fanmeile“ zum Wort des Jahres gewählt wurde. Detmold hat diese zwei Jahre anscheinend als stiller, tatenloser Trabant der Weltgeschichte zugebracht.

Denn auch jetzt, da die EM 2008 nur noch 5 Stunden entfernt (zum Greifen nah) ist, herrscht in Detmold tote Hose. Das Bild ähnelt verdächtig dem vor zwei Jahren: die Fußballbegeisterung ist – den Fahnen an Fenstern und Autos nach zu urteilen – riesig, die Möglichkeiten diese auszuleben indes spärlich. Ein zentrales, großes public viewing für Detmold zu organisieren, etwa im Schlosspark oder am Hangar, hielten die Stadtherren wohl nicht für nötig. Die Versuche, den aufgerissenen Marktplatz zur „Erlebnisbaustelle“ zu stilisieren, verpuffen. Stattdessen: überall kleine Feierlichkeiten in Kirchen oder Kneipen, keine Gemeinschaft, keine Stimmung, im Siegfall eine halbe Stunde Autokorso durchs Rosental.

Die Chance, die sich auch wirtschaftlich durch die EM-Begeisterung bietet, hat Detmold vielleicht jetzt schon vertan – wieder einmal. Es bleibt die Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch etwas tut. Während sogar in Städten wie Beverungen und Warburg größere Veranstaltungen stattfinden, dämmert Detmold vor sich hin. Noch vier Monate in der Geisterstadt.

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